Herausforderungen beim Bau des Galgenbucktunnel

Um sicherzustellen, dass der geringe Abstand zum Galgenbucktunnel keine Gefahr für den bestehenden Tunnel der Deutschen Bahn darstellt, wurde dieser im Bereich der Unterquerung mit rund 200 Ankern zusätzlich verstärkt.

Voller Einsatz über Jahre
Ein Nationalstrassentunnel ist ein komplexes Bauwerk, entsprechend anforderungsreich sind auch der Bau eines solchen Tunnels und dessen Anschluss an ein bestehendes Strassennetz. Der Galgenbucktunnel war hier keine Ausnahme.

Eine der grössten Herausforderungen des mehrjährigen Tunnelbauprojekts bildete die Zusammen­arbeit aller an der Realisierung beteiligten Personen und Unternehmen. Es galt, unterschiedlichste Partner und Organisationen einzubeziehen sowie sie zeitgerecht und zielgerichtet zu koordinieren. Der gut funktionierenden, konstruktiven Teamarbeit ist es zu verdanken, dass am Galgenbuck sowohl der Zeit- als auch der Budget-
rahmen eingehalten werden konnten.

Aus baulicher Sicht respektive mit Blick auf den Tunnelvortrieb stellten insbesondere die zahlreichen Gesteinswechsel eine teilweise gro­sse Herausforderung dar. Der Galgenbucktunnel weist äusserst hete­rogene geologische und hydro­geo­logische Verhältnisse auf.

Herausforderung beim Bau
Der Bau des Galgenbucktunnels stellte die Verantwortlichen vor geologische und logistische Herausforderungen, die durch eine vorausschauende Planung bestmöglich antizipiert werden mussten:

  • Eingeengt zwischen zwei Bahndämmen musste im Bahntal die Schaffhauserstrasse unter permanenter Aufrechterhaltung der Trolleybuslinie und sämtlicher Verkehrsbeziehungen von 4 auf 9 Spuren ausgebaut werden.
  • Die gesamte Erschliessung der Tunnelbaustelle erfolgte ausschliesslich in der Engi und durfte die Kapazität der stark belasteten Klettgauerstrasse nicht beeinträchtigen.
  • Die teilweise geringe Überdeckung des Tunnels erforderte ein
    umfangreiches Beweissicherungs- und Überwachungskonzept,
    vor allem bezüglich Erschütterungen und Setzungen.
  • Die Unterquerung des Charlottenfelstunnels der Deutschen Bahn (DB) in geringem Abstand bedingte vorgängige geologische Erkundungen, Verstärkungsmassnahmen im DB-Tunnel sowie Unterbrüche des Bahnbetriebes während der Sprengungen.
  • Die wechselhafte Geologie machte nach jeder Sprengung eine Interpretation des anstehenden Gesteins durch einen Experten und vielfach eine Anpassung des Sprengschemas sowie der Sicherungsmittel nötig.
  • In der Roh-/Innenausbauphase mussten bis zu sechs Arbeitsschritte gleichzeitig, aber an unterschiedlichen Stellen im Tunnel ausgeführt werden. Die Erschliessung erfolgte auch da immer von der Engi her, das heisst durch alle «Baustellen» im Tunnel hindurch.
  • In der Ausrüstungsphase mussten die Arbeiten zahlreicher Unter­nehmer koordiniert werden.