Die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung – Teil 1

Die über vier Meter langen Strahlventilatoren unterstützen bei Bedarf die natürliche Luftbewegung im Tunnel.

Modernste Technik für Betrieb und Sicherheit
Für die Sicherstellung eines reibungslosen und sicheren Tunnelbe­triebs sind komplexe Ausrüstungen und Prozesse erforderlich. Zahlreiche Beleuchtungs-, Signalisations-, Belüftungs- und Mess­elemente wur­den dafür eingebaut.

Im Tunnel kommt modernste Technologie zum Einsatz. Ein Grossteil der Sensoren kommuniziert nicht mehr über klassische Kupferleitungen, sondern über moderne Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel).

Lüftungssysteme
Im Tunnel sind drei verschiedene Lüftungssysteme im Einsatz:
Strahlventilatoren 
Sie sind im Fahrraum an der Zwischendecke aufgehängt. Bei Bedarf (schlechte Luftqualität im Tunnel) unterstützen sie die natürliche Luftbewegung im Tunnel. Zudem können sie bei einem Brand im Tunnel dafür eingesetzt werden, die Absaugung der Rauchgase zu unterstützen.
Abluftventilatoren
Sie befinden sich in der Lüftungszentrale Engi und saugen bei einem Ereignisfall (Brand) den Rauch über die Brandklappen in der Zwischendecke und den Abluftkanal ab.
SiSto-Ventilatoren
Sie befinden sich im Werkleitungskanal bei den beiden Portalen und sind dauernd in Betrieb. Indem sie Frischluft ansaugen, erzeugen sie einen stetigen Überdruck im Werkleitungskanal und verhindern so das Eindringen von Rauchgasen in diesen Fluchtweg.
Brandklappen
In der 30 Zentimeter dicken Zwischendecke zwischen dem Fahrraum und dem Abluftkanal ist alle 100 Meter eine Brandklappe (2 Meter mal 3 Meter) eingelassen. Diese Klappen sind im regulären Betrieb geschlossen. Kommt es im Ereignisfall zu einer Rauchentwicklung, öffnen sich auto­matisch die dem Brandherd nächstgelegenen Klappen.

Brandmeldeanlage
Die Brandüberwachung erfolgt mit einem sogenannten linearen Brandmeldekabel, durch dessen Glasfasern ein Laserstrahl läuft. Eine Hitzeentwicklung – etwa infolge eines Brands – führt zu einer Verformung des wärmesensitiven Lichtleiters. Diese Verformung kann festgestellt und dadurch eine präzise und sofortige Lokalisierung des Brandherds vorgenommen werden. Unverzüglich öffnen sich dann die in der Nähe befindlichen Brandklappen, worauf der Rauch in den Lüftungskanal oberhalb der Fahrbahn abgesaugt wird.

Durch die grossen Klappen in der Zwischendecke wird im Ereignisfall der Rauch abgesogen.

Notausgangstüren
Im Ereignisfall werden Personen durch die Hinweisschilder, die alle 25 Meter an der Tunnelwand angebracht sind, zur nächstgelegenen Notausgangstür geleitet. Hinter dieser Tür besteht ein Überdruck, sodass man sich dort bereits in Sicherheit befindet. Anschliessend gelangt man via eine Treppe zum Werkleitungskanal unter der Fahrbahn.

Bei einem Unfall gelangen die Tunnelbenutzer über die gut signalisierten Notausgänge in Sicherheit.

Überwachungs- und Kameratechnik
Die Mess- und Überwachungstechnik leitet verkehrsbezogene Daten und beispielsweise Informationen über die Luftqualität an die Verkehrsmanagementzentrale in Emmen und in die Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Schaffhausen weiter. Zudem werden Temperatur und Sichtbedingungen im Tunnel erfasst. Alle Daten dienen der automati­sierten Steuerung und der Regelung verschiedener Systemelemente.

Das Tunnelinnere wird mit Kameras überwacht. Die Auswertung der Aufnahmen erfolgt hauptsächlich automatisch, indem Fahrzeuge durch Computer erkannt und analysiert werden. Zudem werden die Kameraaufnahmen durch Mitarbeiter in der Einsatzleitzentrale der Polizei eingesehen.

In den Zentralen befindet sich die Steuerung der gesamten Tunneltechnik.