Der Vortrieb

Schweres Gerät: Der Fuhrpark für den Vortrieb an vorderster Front.

Ausbruch von der Engi her
Nach den umfangreichen Vorarbeiten (Strassenumlegung, Voreinschnitt etc.), welche ab 2011 ausgeführt wurden, begann in der Engi mit der ersten Sprengung am 4. Juli 2013 der Ausbruch der Tunnelröhre.

Der Hauptvortrieb, der teilweise unter bebautem Gebiet durch das Schaffhauser Gestein führte, traf im Februar 2016 auf die Sondierstollen im Bahntal.

Insgesamt sind für den Galgenbuck-tunnel rund 171‘000 Kubikmeter Felsgestein ausgebrochen und grösstenteils über die Baustelle Engi abtransportiert worden. Das ist rund dreimal so viel wie das Gesteinsvolumen des ganzen Munots.

Tunnelbau im Sprengvortrieb
Wie bereits der Fäsenstaubtunnel wurde auch der Galgenbucktunnel im Sprengvortrieb ausgebrochen. Der Einsatz einer Tunnelbohrmaschine (TBM) kam aufgrund der Kürze des Tunnels und der vorhandenen Geologie nicht in Frage. Der Aufbau einer solchen mehrere hundert Meter langen TBM bedingt entsprechenden Platz vor dem Angriffspunkt und dauert zudem mehrere Monate. Am Galgenbucktunnel war der Sprengvortrieb somit die effektivste, schnellste und kostengüns­tig­ste Vortriebsart.

Aufgrund der geologischen Gegebenheiten und des grossen Querschnitts wurde der Galgenbucktunnel in zwei Phasen vorgetrieben: Zuerst wurde jeweils auf ca. 100 m der obere Bereich des Tunnels, die sogenannte Kalotte, ausgebrochen, im Anschluss daran der mittlere und untere Teil, die Strosse und die Sohle nachgezogen. Insgesamt waren beinahe 1‘000 Sprengungen notwendig. Pro Sprengung wurden dabei mit bis zu 440 Kilo Sprengstoff maximal drei Meter Vortrieb erreicht.

Unterquerung Charlottenfelstunnel der DB
Während der Unterquerung des DB-Tunnels durfte der Unternehmer nur in zwei bis drei ganz bestimmten Zeitfenstern pro Tag sprengen.
In dieser Zeit war der Bahnbetrieb eingestellt. Nach jeder Sprengung wurde der Tunnel zudem begangen und auf Schäden kontrolliert.
Erst danach wurde er wieder für den Verkehr freigegeben.

Heilige Barbara – Schutzpatronin der Bergleute
Seit dem Mittelalter gilt die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Mineure. Sie wacht in einer Nische beim Tunnelportal und bewahrt die Arbeiter bei ihrer Tätigkeit unter Tag vor Unheil.

Jeweils am 4. Dezember ruht die Arbeit auf der Baustelle und die Mineure gedenken in einer Messe im Tunnel ihrer Schutz­patronin. Sie bitten die Heilige Barbara um Schutz und Beistand.