Projektübersicht

Ausgangslage und Projektziel
Im Raum Schaffhausen/Neuhausen am Rheinfall erfolgten nach der Eröffnung der A4-Stadttangente grössere Verkehrsumlagerungen. Diese führten zu einer deutlichen Erhöhung der Verkehrsbelastung auf den Zubringerstrecken zum Anschluss Schaffhausen Süd. Der Verkehr auf der Klettgauerstrasse/Schaffhauserstrasse in Neuhausen am Rheinfall ist infolge dessen sprunghaft angestiegen: Mittlerweile passieren mehr als 25'000 Fahrzeuge pro Tag diesen Streckenabschnitt.

Der neue Tunnel stellt die Funktionsfähigkeit des Anschlusses Schaffhausen Süd langfristig sicher. Die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall wird zudem vom Durchgangsverkehr entlastet. Neben der direkten Anbindung des Klettgaus sollen flankierende Massnahmen auf dem untergeordneten Strassennetz den Verkehr auf dem Nationalstrassenzubringer bündeln. Weitere Ziele des Projekts sind die Minimierung von Unfällen, eine Reisezeiteinsparung für Personen und Güter sowie die Reduktion von Lärm- und Luftschadstoffbelastung in Neuhausen am Rheinfall.

Bauwerk
Der 1‘138 Meter lange Galgenbucktunnel verläuft vom Portal «Engi» zwischen Neuhausen und Beringen im Westen zum Portal «Bahntal» am Autobahnanschluss Schaffhausen Süd im Osten. Dabei unterquert er die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall in einem weiten Bogen.

Der Galgenbucktunnel besteht aus zwei kurzen Tagbautunnelstrecken in den beiden Portalbereichen und einer 1‘061 Meter langen bergmännischen Tunnelstrecke. Der zweispurige Tunnel wird im Gegenverkehr betrieben. An den Portalen, vor der Ausfahrt aus dem Tunnel, gibt es zusätzlich zu den zwei Fahrspuren einen sogenannten «Vorsortierstreifen». Dieser ermöglicht den Verkehrsteilnehmern das rechtzeitige Einspuren auf die gewünschte Fahrspur direkt nach dem Tunnel.

Das maximale Gefälle im Tunnel beträgt 4,5 %. Die Gebirgsüberlagerung ist eher gering und liegt zwischen 20 und 70 Metern.

Aktueller Stand
Der Innenausbau des Tunnels ist vollständig abgeschlossen. Auch die Installation der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA), welche die Überwachung und Steuerung im Normalbetrieb wie auch in Problemsituationen sicherstellt, ist bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt. Im Tunnel ist damit von der baulichen Seite her inklusive der Markierung und Installation alles für die Eröffnung vorbereitet. Derzeit laufen in der Röhre ausführliche Sicherheitsprüfungen, durch welche festgestellt wird, ob alle Systeme und die im Ernstfall ausgelösten Abläufe korrekt funktionieren.

Ausserhalb des Tunnels bewegt sich der Verkehr im Bahntal seit Sommer 2018 bereits über den neuen Strassenverlauf, dem mit der Eröffnung im Dezember 2019 die verschiedenen Anbindungen aus und in den Tunnel hinzugefügt werden. Im Bereich des Knotenpunktes werden noch einzelne Anpassungen an verschiedenen Bauten vorgenommen, welche bereits vor Baubeginn der Tunnelanlage bestanden haben. Somit sind die Arbeiten im Bahntal insgesamt abgeschlossen.

In der Engi wurden im Rahmen der seit Ende 2018 laufenden Anschlussarbeiten die letzten Schritte unternommen. Diese Arbeiten umfassten die Erstellung von Reinigungsbecken für die auf den Strassenflächen anfallenden Niederschläge. Ebenfalls die Sicherung des Hanges über dem neuen Rad- und Gehweg unterhalb des Engewaldes sowie die Erstellung einer Stützmauer, durch die mehr Raum für den Langsamverkehr entlang der Strasse gewonnen wurde. Mit der Fertigstellung des neuen Kreisels und des «Bypasses», welcher der Entflechtung des Verkehrs im Kreisel dient, fanden die baulichen Arbeiten im September ihren Abschluss.

Ausblick
Bevor der Tunnel im Dezember 2019 für den Verkehr freigegeben werden kann, wird das Gesamtsystem der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung auf seine einwandfreie Funktionsfähigkeit hin überprüft. Dies umfasst sowohl die Prüfung der technischen Einrichtungen als auch des gesamten Aktionsplanes der Sicherheitskräfte. Dabei müssen sowohl Feuerwehr- als auch Sanitäts- und Polizeidienste für etwaige Ernstfälle im neuen Tunnel instruiert und trainiert werden.