Projektübersicht

Ausgangslage und Projektziel
Im Raum Schaffhausen/Neuhausen am Rheinfall erfolgten nach der Eröffnung der A4-Stadttangente grössere Verkehrsumlagerungen. Diese führten zu einer deutlichen Erhöhung der Verkehrsbelastung auf den Zubringerstrecken zum Anschluss Schaffhausen Süd. Der Verkehr auf der Klettgauerstrasse/ Schaffhauserstrasse in Neuhausen am Rheinfall ist infolge dessen sprunghaft angestiegen: Mittlerweile passieren mehr als 25'000 Fahrzeuge pro Tag diesen Streckenabschnitt.

Der neue Tunnel stellt die Funktionsfähigkeit des Anschlusses Schaffhausen Süd langfristig sicher. Die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall wird zudem vom Durchgangsverkehr entlastet. Neben der direkten Anbindung des Klettgaus sollen flankierende Massnahmen auf dem untergeordneten Strassennetz den Verkehr auf dem Nationalstrassenzubringer bündeln. Weitere Ziele des Projekts sind die Minimierung von Unfällen, eine Reisezeiteinsparung für Personen und Güter sowie die Reduktion von Lärm- und Luftschadstoffbelastung in Neuhausen am Rheinfall.

Bauwerk
Der 1‘138 Meter lange Galgenbucktunnel verläuft vom Portal «Engi» zwischen Neuhausen am Rheinfall und Beringen im Westen zum Portal «Bahntal» am Autobahnanschluss Schaffhausen Süd im Osten. Dabei unterquert er die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall in einem weiten Bogen.

Der Galgenbucktunnel besteht aus zwei kurzen Tagbautunnelstrecken in den Portalbereichen und einer 1‘061 Meter langen bergmännischen Tunnelstrecke. Der zweispurige Tunnel wird im Gegenverkehr betrieben. An den Portalen, vor der Ausfahrt aus dem Tunnel, gibt es zusätzlich zu den zwei Fahrspuren einen sogenannten «Vorsortierstreifen». Dieser ermöglicht den Fahrzeuglenkern das rechtzeitige Einspuren auf die gewünschte Fahrspur direkt nach dem Tunnel.

Das maximale Gefälle im Tunnel beträgt 4,5 %. Die Gebirgsüberlagerung ist eher gering und liegt zwischen 20 und 70 Metern.

Aktueller Stand
Nach den im Juni 2016 beendeten Vortriebsarbeiten wurde im Juli 2018 eine weitere bedeutende Etappe abgeschlossen: Die Betonarbeiten im Tunnel und für die beiden neuen Brücken im Bahntal. Mit dem Ende des Tunnel-Rohbaus wurde das Feld frei gemacht für die Innenausbau- und Ausrüstungsarbeiten in der Röhre und die Erstellung des Anschlusses an die Klettgauerstrasse in der Engi.

Mittlerweile ist der Innenausbau des Tunnels fast abgeschlossen. Aktuell laufen – von aussen kaum ersichtlich – die Ausrüstungsarbeiten für die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung (BSA) auf Hochtouren. Mit ihnen wird die Grundlage für die Überwachung und Steuerung im Normalbetrieb des Tunnels ebenso geschaffen wie für die Intervention in Problemsituationen. Nach dem abschliessenden Einbau des Deckbelages und der Markierungen werden die Anlagen verschiedenen Sicherheitsprüfungen und Tests unterzogen.

Ausserhalb des bergmännischen Tunnels sind die beiden Tagbautunnel-Abschnitte in der Engi und im Bahntal fertiggestellt, und die beiden Portale zeigen sich in ihrer endgültigen Form. Im Sommer 2018 wurden die Arbeiten am Strassenverlauf und an den Brücken im Bahntal abgeschlossen. Mittlerweile fährt der Verkehr zwischen Neuhausen und dem Knoten Bahntal bereits über diesen neuen Strassenverlauf unter der neuen Charlottenfelsbrücke und der Brücke Schaffhauserstrasse hindurch. Der Strassenbelag auf den Brücken und auf der neu verlaufenden Strasse wurde im Herbst 2018 eingebaut. Aktuell laufen im Bahntal Signalisierungs- und Markierungsarbeiten, zudem werden die Wege für Fussgänger und Radfahrer fertiggestellt.

Ende 2018 wurde in der Engi mit den Arbeiten zum Anschluss des Tunnels an das bestehende Strassennetz begonnen. Dieser Anschluss beinhaltet insbesondere einen neuen Kreisel, einen neuen Rad- und Gehweg entlang des Engewaldes, Bauten zur Sicherung des Hanges und Becken zur Reinigung der auf den Strassenflächen anfallenden Niederschläge. Diese Arbeiten finden ihren Abschluss voraussichtlich im Spätsommer 2019.

Ausblick
Bevor der Tunnel für den Verkehr freigegeben werden kann, wird das Gesamtsystem der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung auf seine einwandfreie Funktionsfähigkeit hin überprüft. Gleichzeitig müssen sowohl Feuerwehr- als auch Sanitäts- und Polizeidienste für etwaige Ernstfälle im neuen Tunnel instruiert und trainiert werden.

Die Bauherrschaft sieht die planmässige Inbetriebnahme des Galgenbucktunnels gegen Ende 2019 vor.